Pressestimmen

Weil für Friederike Schwab Reflexivität und Sinnlichkeit keine Widersprüche sind, sondern einander aufladende, sich wechselseitig inspirierende Modi sind, kann das lyrische Ich in ihren Gedichten gleichermaßen scharfsinnig wie leichthändig nachdenken und philosophieren.

paradiese im kopf/ bebildern metaphorisch woran ich mich erinnere/ inszenieren bacchantische grüße

Kann die Tatsache, dass Erinnern nicht nur abrufen, sondern auch Formen und Überformen bedeutet, treffender beschrieben werden?

 

Birgit Pölzl

Auszug über den Gedichtband gleich welches/gleich wie

Kultur Minoriten

Literatur.OST/ WEST

Nov. -Dez.2015

Momentaufnahmen aus dem Alltag hebt die Grazer Autorin und Malerin Friederike Schwab in ihrem jüngsten Erzählband auf eine eindringliche und sprachlich höchst ausgefeilte Ebene. "Der Schlaf im Bauch des Chinesen" (Edition Keiper) versammelt Erlebnisse, die jedem von uns jederzeit passieren könnten. Man ist also gleich bei den ersten der insgesamt 15 Erzählungen mitten im Geschehen und seltsam berührt vom Dargebotenen.

Mit viel Poesie, aber auch feiner Ironie kommt Schwab so einer über Jahre verblassten Jugendfreundschaft, der Stimme des toten Großvaters oder einem der Ehe nicht unbedingt förderlichen Venedigurlaub bei. Überraschende Wendungen, unvorhersehbare Reaktionen und Zufälle verleihen diesen Erzählungen eine angenehme Würze. Sie machen das alltägliche Leben zu etwas Besonderem. Ein Erzählband, in dem man mit viel Vergnügen schmökern kann. Als Draufgabe sind im Mittelteil noch Kostproben von Friederike Schwabs bildender Kunst beigefügt.

 

MR

Kronen Zeitung Kultur

November 2013

Es ist der Autorin hier etwas gelungen, das kaum zu übertreffen ist: Der Leser, hin-und hergerissen im hitzigen Alltag, stürzt unversehens aus dem Lärm der Welt in eine sprachgewandte Stille. Eine Stille, die von Worten bestimmt wird, die sich nicht um Poesie und Tiefsinn bemühen. Das passiert einfach. Friederike Schwabs sehr persönlicher Erzählband weckt Erinnerungen an eigene Großväter, schildert den Tag einer elterlichen Trennung mit gefühlvoller Eindringlichkeit und weckt Sehnsüchte...

 

ROB

Der Schlaf im Bauch des Chinesen

Kleine Zeitung 14.4.2013

Von der Lüge der Erkennbarkeit der Welt

Die Insel im Maismeer

 

Friederike Schwabs philosophierende Suche nach Identität

Wie in so manch anderem Text ist es auch im Roman "Die Insel im Maismeer" der Tod der Mutter, der einen weitreichenden und tiefgehenden Prozess der Selbstprüfung und -findung auslöst. Mit der Einstiegsszene legt sich die aus Graz stammende Autorin einen erzähltechnischen Kunstgriff zurecht, der ihr fortan die Möglichkeit gibt, die Ich-Erzählerin immer wieder in einen Dialog mit ihrer inneren Stimme treten zu lassen. An einem "außergewöhnlich schönen, warmen Tag" vernimmt das etwa vierjährige Mädchen erstmals diese Stimme. Im Garten des Großvaters macht das Kind eine existenzielle Erfahrung...

Fünfzig Jahre später stirbt die Mutter im März, folgenschwer für Ella, denn in den kommenden neun Monaten zerfällt ihr bislang gesichert scheinendes Leben, löst sich ihre Existenz förmlich auf und findet erst in der Dezember-Dunkelheit wieder einen Fixpunkt: von allem Bisherigen gelöst, von schmerzhaften Trennungen geläutert findet sie in einer neuen Wohnung die Kraft - so vermutet der Leser - ihre Geschichte niederzuschreiben: "Hast du denn nie gedacht, du könntest selbst Figur sein, ich meine Romanfigur?" fragt die innere Stimme in der Endphase des Buches

...

 

Herbert Först

Auszug aus einer Rezension für das Literaturhaus Wien

Februar 2011

Friederike Schwab

Bis hin zum Blickrand: Gedichte/ Leykam 2006

 

Lyrik, die Reiseeindrücke und Unterwegssein in den Mittelpunkt stellt.(DL)

"Nur meine Gedanken/ wollen steil bergan/ über Felsen/ mitten durchs Gestrüpp/". Eine Reisende, die Griechenland liebt und kleine Begebenheiten und Augenblicke in Wortbildern festhält. Unterwegs, in Betrachtung und Gedanken versunken, werden Stimmungen zu Sätzen und Abbildern des Erlebten.

Friederike Schwab, die Malerei in Graz studierte, färbelt so die Mikrokosmen ihrer Erlebnisse auf Buchseiten. Die LeserInnen werden mitgenommen und übertragen Durchlebtes in ihre Welt. Die beigefügte CD lässt einen erkennen, das das erklungene Wort ein Gedicht erst vollends zu Schwingung bringt. Ein gelungenes Buch, das eine klare Sprache spricht.

 

Josef Kunz

Österreichisches Bibliothekswerk Salzburg

Februar 2007

vor Weltfenstern

auf und ab

in Erdachtem spazierengehen

 

Das genau tut Friederike Schwab, die Wanderin zwischen Bild und Wort, die den Leser/Betrachter mit ihrer Kunst einlädt, zwischen Auge und Ohr zu wechseln, aber am besten mit beiden Sinnesorganen ihre Kunstproduktionen aufzunehmen.

Und das ist typisch für sie. Sie ist ewig auf der Suche. Sie ist eine, der die Kunst Lebensinhalt und Lebenszweck sind. Aber das alles wäre für sie viel zu wenig und viel zu egoistisch gedacht. Kunst als Selbstzweck, das war und ist ihre Sache nicht. Kunst heißt für Friederike Schwab automatisch die Einbeziehung des anderen, des Rezipienten. Unter Einbeziehung versteht sie das Näherbringen des Kunstwerkes, das Verständlichmachen, das sich Hineindenken und Hineinfühlen in den Kunstbetrachter...

... sie denkt als malende Schriftstellerin oder als schreibende Künstlerin

 

Auszug Heinz Hartwig (ORF)

April 2002

Ein starker Lyrikband von Friederike Schwab

Reisen des Tages und ihr Ziel

Weit gefächert sind die Begabungen der Grazer Künstlerin Friederike Schwab. Die Malerin und Grafikerin (Kunstgewerbeschule Graz) ist auch als Hörspielautorin, Lyrikerin und Prosaschriftstellerin präsent.

Mit dem Lyrikband "so reise ich täglich"(Steirische Verlagsgesellschaft/Edition Literatur) legt sie eine stimmungsvolle, wohl auch kritische, letztlich jedoch berührende Sammlung prägnanter Gedichte vor, die zum Lesen und Mitempfinden anregt. In - zum Teil verkürzter Sprachform werden Bilder von starkem Ausdruck sichtbar, die so die Skepsis der Autorin, klar formuliert, transportieren.

 

BS

Kronen Zeitung (2001)

Briefe an van Gogh (1992) und der Roman Indianerliebe (1998), aus beiden Werken hat Friederike Schwab auch im Literaturcafé Elefant gelesen, knappe Passagen, in denen schon alle Vorzüge dieser Texte greifbar werden: der einfache Tonfall, die ungekünstelte Sprache, die von einer klaren Schönheit ist. Die Prosa, die Friederike Schwab schreibt, ist eine kühle,(scheinbar) distanziert geschriebene Prosa, ohne Mätzchen und Manieriertheiten.

 

Christian Teissl

Kultur Leibnitz Aktuell (2000)

Die Grazerin Friederike Schwab ist eine außergewöhnliche Doppelbegabung: Malerei und Literatur sind für sie gleichwertig. Während sie jenen, die vor ihren Bildern verweilen, rasche, luftige - jedenfalls Striche mit Nachdruck - präsentiert, Konturen und Zeichen, die förmlich dahinfegen, wagt sie in ihrer Literatur Tiefgänge, die wir nach Farbgebung und-dichte schon im bildnerischen Werken vermuten. Der "Luftikus" - wie sie sich selbst in BRIEFE AN VAN GOGH" nennt - weiß sich in den Höhenflügen zu fassen; der malerische, schweifende Überblick bekommt seinen Kontrapunkt im manchmal bohrenden Zweifel, der sich in Schwabs Literatur in unzähligen Fragen niederschlägt. Immer ist die Fragende bereit, in der Kunst ein Stück von sich zu schenken: Ästhetik, Dynamik, Leichtigkeit, Intellekt...

 

Claudia Taucher

Kuratorin der Galerie Arena 1994